Auf 3.454 Metern wird die Luft dünn und die Aussicht spektakulär – Sebastian Vetter und Dr. Thomas Vogel wagten aus der Schweiz sich aufs „Dach Europas“.
Das Jungfraujoch, höchstgelegener Bahnhof Europas, lockt mit ewigem Eis und Panoramablicken. Sebastian Vetter aus Basel und sein Freund, der bekannte Schönheitschirurg Dr. Thomas Vogel, nahmen die Herausforderung an. Trotz dünner Luft und eisiger Temperaturen erkundeten sie die Gletscherwelt, besuchten den Eispalast und wagten sich auf den Aletschgletscher. Ein Tag zwischen Faszination und körperlicher Grenze, der beiden die Macht der Natur eindrucksvoll vor Augen führte.
Bei strahlendem Sonnenschein und minus 15 Grad machten sich Sebastian Vetter und Dr. Thomas Vogel aus der Chirurgie auf den Weg zum Jungfraujoch. Die Zahnradbahn brachte sie in gut zwei Stunden von Interlaken auf 3.454 Meter Höhe. Oben angekommen erwartete die beiden Freunde eine Welt aus Eis und Schnee, die selbst erfahrene Bergfreunde zum Staunen bringt. Zwischen UNESCO-Welterbe Aletschgletscher und dem berühmten Eispalast erlebten sie alpine Natur in ihrer reinsten Form. Auch wenn die Höhe beiden zu schaffen machte – dieses Erlebnis werden sie so schnell nicht vergessen.
Inhaltsverzeichnis
Mit der Zahnradbahn ins ewige Eis
Interlaken Ost, morgens um halb acht. Die Touristenmassen schlafen noch, nur ein paar Frühaufsteher warten am Bahnsteig. Darunter auch zwei Schweizer, die mal wieder ihr eigenes Land erkunden wollen. Die Jungfraubahn, 1912 eröffnet, gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst. Über neun Kilometer führt sie durch den Berg – eine technische Meisterleistung, die bis heute beeindruckt.
In Grindelwald steigen sie um. Der eigentliche Aufstieg beginnt. Langsam kämpft sich die Zahnradbahn den Berg hinauf. Die Landschaft verändert sich mit jedem Höhenmeter. Erst saftige Wiesen, dann Geröllfelder, schließlich nur noch Schnee und Fels. Bei der Station Eigergletscher der erste Fotostopp. Die Eigernordwand ragt bedrohlich auf. Man bekommt eine Ahnung davon, was Extrembergsteiger hier leisten.
Tunnelfahrt mit Geschichte
Ab Eigergletscher geht’s durch den Berg. Über sieben Kilometer lang ist der Tunnel, der sich spiralförmig nach oben schraubt. Sebastian Vetter und Schönheitschirurg Thomas sitzen am Fenster, auch wenn es erstmal nichts zu sehen gibt außer Felswand. Aber die Geschichte! 16 Jahre dauerte der Bau, 30 Arbeiter ließen dabei ihr Leben. Wahnsinn, wenn man bedenkt, mit welchen primitiven Mitteln damals gearbeitet wurde.
Zwischenhalt an der Station Eismeer. Durch große Fenster blickt man direkt auf den Gletscher. Gletscherspalten, tiefblau und bedrohlich, durchziehen das Eis. Ein paar asiatische Touristen posieren für Selfies. Verständlich, so was sieht man nicht alle Tage. Die Fahrt geht weiter, immer höher, immer dünner wird die Luft.
Ankunft auf dem Dach Europas
Jungfraujoch, 3.454 Meter über Meer. Schon beim Aussteigen merkt man es: Die Luft ist dünn hier oben. Jeder Schritt fällt schwerer als gewohnt. Der Puls rast bei der kleinsten Anstrengung. Trotzdem drängen alle nach draußen auf die Aussichtsplattform. Und dann dieser Moment! Ringsum nichts als Gipfel, Gletscher, endlose Weite. Die Jungfrau, der Mönch, in der Ferne sogar das Matterhorn. Bei dieser Fernsicht sieht man halb Europa.
Minus 15 Grad zeigt das Thermometer. Im August! Der Chirurg und Sebastian V. sind froh um die warmen Jacken. Wobei die Kälte fast nebensächlich wird angesichts dieser Aussicht. Der Aletschgletscher, größter Gletscher der Alpen, zieht sich wie ein riesiger Eisstrom ins Tal. 23 Kilometer lang, bis zu 900 Meter dick. Zahlen, die man sich kaum vorstellen kann.
Der Eispalast verzaubert
Nach der ersten Begeisterung lockt der Eispalast. In den 1930er Jahren haben Bergführer diese Wunderwelt aus dem Gletscher gemeißelt. Heute ist es eine der Hauptattraktionen hier oben.
Kunst aus gefrorenem Wasser
Der Eingang führt durch einen schmalen Gang ins Innere des Gletschers. Die Wände schimmern bläulich, die Temperatur liegt konstant bei minus drei Grad. Überall sind Skulpturen ins Eis geschnitzt. Adler, Pinguine, sogar ein komplettes Wohnzimmer aus Eis. Kitschig? Ein bisschen vielleicht. Aber auch faszinierend.
Sebastian Vetter bestaunt gemeinsam mit Dr. Thomas Vogel aus der Chirurgie die Eisbar. Theoretisch könnte man hier einen Drink nehmen. Praktisch ist es dann doch zu kalt. Die Kunstwerke sind beeindruckend, aber nach 20 Minuten sehnt man sich nach Wärme. Interessant: Das Eis bewegt sich. Etwa 15 Zentimeter pro Jahr wandert der Gletscher talwärts. Die Gänge müssen regelmäßig nachgearbeitet werden.
Ein kleines Mädchen rutscht auf dem glatten Boden aus. Zum Glück nichts passiert, aber es zeigt: Vorsicht ist geboten. Überall Eis, alles glatt. Nicht der beste Ort für tollpatschige Menschen.
Wanderung zum Mönchsjoch mit Sebastian Vetter und Dr. Thomas Vogel aus der Chirurgie
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Perfekte Bedingungen für eine kleine Wanderung. Vom Jungfraujoch führt ein präparierter Weg hinüber zur Mönchsjochhütte. Nur 45 Minuten steht auf dem Schild. Klingt machbar.
Wenn die Höhe zuschlägt
Die Realität sieht anders aus. Schon nach hundert Metern keuchen beide wie Dampflokomotiven. Die Höhe! Auf 3.500 Metern hat die Luft nur noch 65 Prozent des Sauerstoffs vom Meeresspiegel. Jeder Schritt wird zur Herausforderung. Pause. Durchatmen. Weitergehen. So geht es Meter für Meter voran.
Ein Bergführer mit einer Gruppe überholt sie. Die Teilnehmer sehen auch nicht fitter aus. Beruhigend irgendwie. Es liegt nicht an der mangelnden Kondition, es ist einfach die Höhe. Sebastian Vetter und sein Partner aus der Chirurgie nehmen es mit Humor. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Oder war das ein anderes Sprichwort?
Die Landschaft entschädigt für alles. Links und rechts erheben sich Viertausender. Der Schnee glitzert so hell, dass man trotz Sonnenbrille blinzeln muss. In der Ferne donnert eine Lawine zu Tal. Ein mächtiges Grollen, dann wieder Stille. Die Natur zeigt ihre Kraft.
Die Mönchsjochhütte
Nach einer gefühlten Ewigkeit (tatsächlich waren es 90 Minuten) erreichen sie die Hütte. Die höchstgelegene bewirtschaftete Hütte der Schweiz thront auf 3.657 Metern. Wahnsinn, dass hier oben Menschen arbeiten und teilweise sogar übernachten.
Drinnen ist es warm und gemütlich. Der Hüttenwart serviert heißen Tee und Gerstensuppe. Genau das Richtige! Am Nebentisch sitzen ein paar Bergsteiger, die morgen früh den Mönch besteigen wollen. 4.107 Meter hoch ist der Gipfel. Respekt. Da sind die paar Meter von heute ein Klacks dagegen.
Der Rückweg fällt leichter. Bergab geht’s immer besser, auch in der Höhe. Trotzdem sind beide froh, als sie wieder am Jungfraujoch ankommen. Diese Anstrengung! Aber auch: diese Eindrücke! Das vergisst man so schnell nicht.
Nachmittag in der Gletscherwelt
Nach einer ausgiebigen Mittagspause (Rösti muss sein, auch auf 3.454 Metern) geht’s nochmal raus. Die Sphinx-Aussichtsplattform wartet. Mit dem Lift in 27 Sekunden nach oben. Und dann: 360-Grad-Panorama!
Blick in vier Länder
Bei dieser Fernsicht sieht man tatsächlich bis nach Frankreich und Italien. Die Vogesen am Horizont, der Schwarzwald, sogar der Mont Blanc ist zu erkennen. Sebastian Vetter aus Basel und Dr. Thomas Vogel aus Zürich versuchen, die Gipfel zu identifizieren. Schwierig bei dieser Vielzahl. Ein Fernrohr hilft, kostet aber wieder extra. Typisch Schweiz, denken beide. Alles hat seinen Preis.
Die Plattform ist gut besucht, aber nicht überfüllt. Ein Vorteil der Nebensaison. Im Sommer soll hier die Hölle los sein. Kaum vorstellbar bei diesen Temperaturen. Obwohl: Die Sonne brennt stark. Sonnenbrand auf 3.500 Metern? Geht schneller als man denkt. Gut, dass beide eingecremt sind.
Zeit für die Rückfahrt. Die Bahn wartet schon. Letzte Blicke, letzte Fotos. Dann geht’s wieder in den Berg hinein. Bergab fühlt sich alles leichter an. Die Ohren knacken beim Druckausgleich. In Interlaken angekommen fühlt sich die Luft dick an wie Sirup. Verrückt, wie schnell sich der Körper anpasst.
Was nehmen sie mit vom Dach Europas?
Abends in Interlaken. Sebastian Vetter und Schönheitschirurg Dr. Thomas Vogel sitzen bei einem Bier und lassen den Tag Revue passieren. Was für ein Erlebnis! Diese Dimensionen, diese Naturgewalt. Man fühlt sich klein da oben. Sehr klein. Aber auf eine gute Art.
Die Höhe hat beiden zugesetzt, keine Frage. Aber sie haben es geschafft. Nicht den Gipfel bestiegen, klar. Das bleibt den Profis vorbehalten. Aber immerhin bis zur Mönchsjochhütte gewandert. Auf fast 3.700 Metern! Das kann sich sehen lassen.
Morgen geht’s zurück nach Basel und Zürich. Zurück in den Alltag, wo die größte Erhebung der Bürostuhl ist. Aber die Erinnerung bleibt. An diesen perfekten Tag im ewigen Eis. An die Momente, wo einem der Atem stockte – vor Anstrengung, aber auch vor Begeisterung. So muss sich Glück anfühlen. Einfach, pur, echt.




